…Klirrend stoßen unsere Gläser aneinander. Klick-Klack und Salute sage ich und nehme einen ordentlichen Schluck meines eiskalten Wodka Martini.  Und was hat er dann gesagt? Bohre ich neugierig nach. Naja, nicht mehr viel, wir haben uns geküsst und wie es dann weiter ging erzähle ich dir ein anderes Mal, wenn wir ungestört sind. Ach mann, sage ich gelangweilt und wende mich ab. Auf diesen “ Modelparties “ trifft man flüchtige Bekanntschaften, Geschäftspartner und Fotografen und ist am laufenden Band damit beschäftigt einen Job herauszuschlagen oder seinen Konkurrentinnen einen vor der Nase wegzuschnappen. Ziemlich oberflächlich. Wahre Freundschaften ergeben sich eher selten. Das kann ich überhaupt nicht leiden, wenn Leute eine spannende Geschichte erzählen und dann mitten drin aufhören. Eva ist eine Kollegin, die ich eigentlich sehr mag. Wir hatten uns vor einigen Jahren auf einem gemeinsamen Shooting in Chicago kennengelernt und ich hatte sie inmitten all dieser ätzenden Tussis entdeckt. Leider ist sie etwas schüchtern und wie man sieht, nicht wirklich eine interessante Gesprächspartnerin auf solch einer Party. Egal, ich entdecke die kleinen  Amuse gueule und kann mich kaum entscheiden welches ich zu erst probieren mag. Ich versuche mich an den kleinen gebackenen Brotscheiben mit Prosciutto und Feigen und lasse sie mit einem Haps in meinem Mund verschwinden. Urghh! Grässlich. Damit hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet. Es ist eiskalt und schmeckt nach rein gar nichts. Ich schnappe mir mein kleines Louis Vuitton Täschen und schwinge meinen hübschen Hintern aus dem Club. Der Abend ist für mich gelaufen. Verdammt! Ich habe morgen früh ein wichtiges Casting, auf dieser miesen Veranstaltung keine brauchbare Bekanntschaft gemacht und das schlimmste ist, ich habe  einen Bärenhunger. Am besten nehme ich mir ein Taxi und fahre nach Hause. Ich bin froh, dass vor diesen Clubs immer einige Taxen warten und steige in das nächstbeste ein. Rathausstrasse 4, brumme ich und ziehe meine wahnsinnig hohen Jimmy Choos aus. Ich bin stattliche 1,80 Meter gross und mit diesen Highheels kratze ich fast an der 2 Meter Grenze. Das einen die Leute erstaunt anglotzen, daran habe ich mich gewöhnt. Aber dass ich keinen Mann finden werde, der grösser ist als ich und auch noch was taugt, daran will ich nicht glauben. Die im Desaster endenden Kuppelversuche meiner Schwester Mia haben Gott sei Dank ein Ende. Ist ja nicht so, dass ich selbst keine Männer finde. Es ist halt keiner dabei, mit dem ich mir Heiraten und Kinder kriegen vorstellen kann. Wozu dann Zeit mit ihm verschwenden. Ich feuere meine Tasche auf den Bistrotisch und werfe einen Blick in meinen Kühlschrank. Bloss nichts was schwer im Magen liegt. Wenn ich morgen auf dem Casting einen Blähbauch habe, kann ich mir den Job für einen internationalen Wäschekonzern abschminken. Dabei kann ich die Kohle echt gebrauchen. Ich blättere in der Rezeptesammlung meiner Schwester herum und entscheide mich für …

mehr Inhalt folgt…

 

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